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Tipps zum Silieren

Entscheidend für die Nutzbarkeit von Silagen ist: die Nährstoffe hochwertiger Silagen müssen beim Tier ankommen. Die größten Nährstoffverluste entstehen an der Anschnittfläche und auf dem Futtertisch. Speziell in den wärmeren Monaten sind Maßnahmen zur Verlustminimierung unerlässlich, um den vorhandenen Futterwert auch voll nutzen zu können. Silierzusätze helfen, hochwertiges Futter zu optimieren. Entscheidend ist aber der richtige Umgang mit Silagen. Er muss immer wieder kontrolliert und wenn nötig bzw. möglich optimiert werden.

 

Klasse statt Masse

Mais

  1. Auswahl hochverdaulicher Maissorten.
  2. Schnitthöhe Mais > 25cm, bei Schimmel höher.

Gras

  1. Auswahl hochwertiger Gräser für die Flächen, die für die Milchproduktion vorgesehen sind: Weidelgräser ggf. mit Kleeanteil
  2. Düngung auf Bedarf der Pflanzen abstimmen; zuviel Dünger erhöht den Rohproteingehalt, aber nicht den Gehalt an hochwertigem Eiweiß. Ziel: 14-16% TM Rohprotein (bei Weidelgräsern)
  3. Der richtige Schnittzeitpunkt; Ziel: 23 - 25% TM Rohfaser
  4. Sauberes Futter; Ziel: < 10% TM Rohasche
  5. Schnitthöhe Gras 5-7 cm

 

Silierung

Mais

  1. Hygiene in und um den Silo sowie auf dem ganzen Hof senkt den Keim- und Sporendruck auf Ihre Silage
  2. Der Einsatz von Silierzusätzen z.B. Biomax® 5 beschleunigt die Säuerung der Silage
    (schnellere Konservierung der Nährstoffe)
  3. Häcksellänge: je kürzer, desto besser die Verdichtung; Ziel: Mais: 4 - 7 mm
  4. Zügiges Befüllen und Verdichten; Ziel : Mais: 770 kg FM Silage je m³ (Mittelwerte)
    TS: 630 kg FM; 40 % TS: 570 kg FM; Mais: 770 kg FM Silage je m³ (Mittelwerte)
  5. Nach dem Befüllen schnellstmöglich abdecken (hochwertige Folien, Unterziehfolie, Sandsäcke verwenden, auch Vogelschutzgitter bedenken).

Gras

  1. Hygiene in und um den Silo sowie auf dem ganzen Hof senkt den Keim- und Sporendruck auf Ihre Silage
  2. Kürzeste Anwelkzeiten; Ziel: 6 bis 12 Stunden
  3. Verhaltenes Anwelken; Ziel: 28 bis max. 40% TM
  4. Der Einsatz von Silierzusätzen z.B. jbs pentolac® beschleunigt die Säuerung der Silage
    (schnellere Konservierung der Nährstoffe)
  5. Häcksellänge: je kürzer, desto besser die Verdichtung (aber Struktur beachten);
    Ziel: Gras: deutlich unter 10 cm, Mais: 4 - 7 cm
  6. Zügiges Befüllen und Verdichten; Ziel : Gras, 30 % TS: 630 kg FM; 40 % TS: 570 kg FM (Mittelwerte)
  7. Nach dem Befüllen schnellstmöglich abdecken (hochwertige Folien, Unterziehfolie, Sandsäcke verwenden, auch Vogelschutzgitter bedenken).

 

Lagerung

Immer häufiger werden Silagen wenige Tage oder Wochen nach der Silierung geöffnet. Die daraus resultierenden Probleme mit Nacherwärmungen:

  1. CO2 (gebildet während der Silierung) entweicht an der Anschnittfläche schlagartig aus dem Silo und zieht Sauerstoff in großen Mengen in den Silo.
  2. Die im Silo gebildeten Gärsäuren sind vorhanden, haben aber noch nicht das gesamte Futter durchsäuert. Dadurch bleiben verschiedene Keime aktiv.
  3. Sauerstoff liebende Mikroorganismen (Hefen, Schimmel, Bakterien) beginnen erneut, Nährstoffe zu verbrauchen und CO2 zu produzieren. Im Silo vorhandene Restwärme beschleunigt diesen Prozess.
    Die Probleme verbreiten sich schnell im ganzen Silo.

  

Silo

Die Gegenmaßnahme: LANGE LAGERUNG:

  1. Das gebildete CO2 verschwindet langsam, ohne große Mengen Sauerstoff in den Silo zu ziehen
    (bei entsprechender Verdichtung).
  2. Die Silage kühlt ab (besonders in kalten Wintermonaten)
  3. Mikroorganismen sterben im Silo
    (der hygienische Zustand der Silage wird besser).

 

Um den Futterbedarf zu decken, ist es deshalb empfehlenswert, Futterreserven oder kleine Übergangssilos
(z.B. Rundballensilage) für einige Monate anzulegen. Achtung: für die Lagerung von „Reservesilagen“ sollten besonders UV-stabilisierte Silofolien zum Einsatz kommen!

Wir empfehlen (ausreichende Qualität vorausgesetzt), immer die älteste Silage zuerst zu füttern, um eine Lagerdauer von 6-12 Monaten zu gewährleisten und somit einen Silovorrat für bis zu 2 Jahre aufzubauen.
Das erhöht die Siloqualität und schützt in futterarmen Jahren vor teurem Futterzukauf.

 

Entnahme

  1. Je größer der Vorschub pro Woche, desto besser (> 2 m im Winter, > 3 m im Sommer/Woche).
  2. Entnahmetechnik, die eine glatte, unaufgelockerte Anschnittfläche hinterlässt, ist zu bevorzugen.
  3. Futterreste im Silo sollten regelmäßig entsorgt und nicht mitverfüttert werden, um den Keimdruck zu reduzieren.
  4. Futtermischwagen nach dem Gebrauch mit Stroh reinigen (besonders wichtig bei warmer Witterung).

 

Fütterung

Viele Probleme mit Leistung und Tiergesundheit im Stall hängen unmittelbar mit der Qualität auf dem Futtertisch zusammen und müssen nicht zwingend im Silo gesucht werden. Wer den Kühen häufiger Silage frisch aus dem Silo vorlegt (2-3 mal täglich), kann aufgrund geringerer Nährstoffverluste besonders in den wärmeren Jahreszeiten positive Effekte auf Futteraufnahme, Tiergesundheit und Leistung feststellen. Der damit verbundene Mehraufwand wird schnell im Stall erwirtschaftet. Bitte prüfen Sie in diesem Zusammenhang unsere Lebendhefen.

 

  

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