Katzentatzen kratzen Fratzen in das pralle Rund des Siloballen
Das ist nicht gereimte Schauerromantik für kuschelige Winternächte, sondern tägliche Wirklichkeit für viele, die den Grasfuttervorrat als Silageballen lagern. Schäden an Ballenhüllen durch Katzen werden meist übersehen.
Wie eindeutig sind dagegen Löcher durch Krähenschnäbel, schnell zu erkennen und sauber wieder zu verkleben. Wer den Platz hat und Ballen optimal einzeln mit Seitenabstand stellen kann, sollte auf jeden Ballen einen Reifen legen, damit hält er so manchen Vogelschnabel von der Ballenhülle fern. Wer dann zusätzlich das Ballenlager mit Netz oder Schutzgewebe abdeckt, hat optimal für Futterschutz gesorgt.
Aber auch etliche Kleinlebewesen können verantwortlich sein für winzige Folienschäden. Und da diese Spuren selten erkannt werden, kommt es immer wieder zu unberechtigten Schuldzuweisungen wegen der Futterschäden.

Ein Pferdebesitzer hatte einige Rundballen direkt neben dem Stall unter Lindenbäumen gestapelt. Die obenliegenden Ballen waren alle verdorben, dem Lohnunternehmer wurde prompt der noch nicht bezahlte Lohn gekürzt. Dieser, ein Kunde von uns, bat um Hilfe. Eine intensive Hüllenuntersuchung ergab, dass Lindensafttropfen hatten auf der Folie Spuren gelegt, denen Erdwespen eifrig knabbernd folgten und dabei stellenweise die Ballenhülle verletzten. Die Überraschung war groß, der Wickellohn wurde voll bezahlt.
Und das Jahresbeste zum Schluss: Eine Landwirtin aus Schleswig Holstein bemerkte zu ihrem Entsetzen, dass etliche am Rand einer Koppel abgelegte Rundballen kleine Löcher mit ca 2 mm Durchmesser aufwiesen. Diese wurden von ihr sorgfältig verklebt und sie informierte ihren Lohnunternehmer, der allerdings bezüglich der Ursache ebenfalls ratlos war. In den nächsten Tagen zeigten sich erneut Löcher.

Bei nächtlicher Inspektion mit Taschenlampe entdeckte die Frau eine wurmähnliche Raupe, die gerade durch ein Loch in das Balleninnere flüchten wollte. Wir wurden um Rat gebeten, ein Besuch an der Ostsee zeigte uns erschreckend Neues: kleine, bis 2 Zentimeter lange Minimonster waren dabei, sich durch die Ballenfolie zu nagen. Es handelt sich um eine Drahtwurmart, Larven des Schnellkäfers, die sich auf der Suche nach Nahrung und Wärme für das Balleninnere entschieden hatten.
Ein ähnliches Schadensbild wurde uns vor 2 Jahren gemeldet. Damals blieb die Ursache unbekannt, Vermutungen geisterten durch die Köpfe, von verirrten Schrotkugeln bis zu mutwilliger Verletzung der Ballen durch Drahtstiche.
Wir sind wißbegierig, deshalb unsere Bitte zum Jahresausklang: Wer mehr weiß und Kenntnisse hat mit diesen oder anderen Schadtierchen, der schreibe uns bitte.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik bitte melden, einfach anrufen unter:
04263 - 20 74 -335 Ihr Axel Bornholt
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